Und wir beten (wieder) zum Fußballgott!

Morgen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Und natürlich gibt es auch wieder diverse WM-Songs, die zum mitfeiern und mitgrölen einladen. Welche Stimmungsmacher sich am Ende auf den Fanmeilen durchsetzen, werden wir sehen. Aber aus Theopop-Perspektive kann es eigentlich nur ein Lied geben: „Fußballgott“ von der HipHop-Gruppe „Fettes Brot“.

 

 

Er lässt die ganze Meute singen
denn er macht, dass wir heut gewinnen
zu ihm beten wir am Häufigsten
denn er macht ihn rein in der 90.!

Zwischen Fußball und Religion werden sehr häufig Parallelen gezogen – auch hier bei Theopop war dies schon oft Thema (s.u.). Und noch während der WM wird an dieser Stelle ein Artikel erscheinen, der sich damit noch einmal genauer befasst (bisherige Arbeitsthese: Hoch lebe die „Fußball-Religion“!).

Bitte, bitte, bitte – mach ihn rein!

Ganz offensichtlich sind es nicht nur Theologen, die diese Ähnlichkeiten sehen. „Fettes Brot“ hat der Sache nun ein eigenes Lied gewidmet. Nur: Wer verbirgt sich hinter diesem „Fußballgott“, den wir nun – den Hip-Hoppern zufolge – alle anbeten? Wem gelten die verzweifelten Hilfeschreie beim Stand von 1:2 in der 89.? Für den einen sind es die Spieler selbst, die „Götter“ auf dem Feld, denen man mittels Kollektiv-Telepathie offenbar Ansporn zukommen lassen will. Für den anderen ist es vielleicht transzendentes „Etwas“, das alle zwei Jahre (pünktlich zu EM und WM, vielleicht noch zu wichtigen Vereinspartien), die Geschicke auf dem Rasen wundersam zu lenken vermag. Ein echter Fußballgott eben. Wieder für andere ist es der gleiche Gott, der auch sonst so schaltet und waltet. Wer die Sonne anhalten und Meere teilen kann, wird ja wohl keine Probleme mit so einem popeligen Ball haben!

Doch ein Problem hat die Sache. Denn der Fußballgott, wer auch immer er nun sein mag, wird stets am Ergebnis gemessen. Entsprechend werden dann (auch medial – wollen wir wetten?) die Attribute verteilt: zornig, gnädig, wohlgesonnen – und dergleichen mehr. Gelingt der Coup zum 2:2  in der 90. und schließlich der Sieg in der Verlängerung, ist er toll. Fangen wir uns aber sogar noch das 1:3, hat er versagt. Ein solches Leistungsprinzip ist fast unumgänglich, wenn „Gott“ auf den Bereich des Fußballs beschränkt wird. Der Fußballgott ist also, egal was er nun für den Einzelnen genau ist, sicher eines: Ein Leistungsgott. Und ein Gott, der der sich so schimpfen lassen muss – ist der letztlich mehr als ein Mensch?

Mehr zum Thema

Zum Schluss ein Hinweis in eigener Sache: Theopop ist in dieser Woche zwei Jahre alt! Angefangen hat alles mit der Europameisterschaft 2012 – seither sind einige Artikel zum Thema Fußball erschienen. Wer also weiterlesen möchte, bitteschön:

Und wir beten (wieder) zum Fußballgott!

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