So fröhlich singen Christen über die Hölle

Ich bin vor einigen Tagen über diesen jahrzehntealten, fröhlichen Song hier gestolpert (via Christian Nightmares). Ein Gute-Laune-Schunkel-Song. „Volume up“ und los geht’s:

Wenn da nur nicht … der Text wäre. Ich zitiere nur mal den Beginn und ein paar Zeilen aus der Mitte (die vollständigen Lyrics gibt es hier, der Song ist ein Remake des Originals von den „Imperials“, das findet ihr hier):

Well, Old Buddha was a man and I’m sure that he meant well
But I pray for his disciples lest they wind up in hell
And I’m sure that old Mohammed thought he knew the way
But it won’t be Hare Krishna we stand before on The Judgment Day.

(…)

Well, I don’t hate anybody so please don’t take me wrong
But there really is a message to this simple song
You see there’s only one way, Jesus, if eternal life is your goal;
and a life of meditation won’t save your soul.

(…)

Das muss man erst mal schaffen – unter die Botschaft, dass alle außer den (wiedergeborenen) Christen in der Hölle landen, eine solche fröhlich-schunkelnde Melodie legen. Denn im Prinzip dreht sich das ganze Lied darum, zu sagen: Ihr könnt es zwar gut meinen, am Ende guckt Gott aber nur drauf, ob ihr (richtig) an Jesus geglaubt habt. Und wenn nicht, ab in die ewige Verdammnis mit euch. Und die Happy-Clappy-Melodie suggeriert dazu noch: Wir freuen uns drüber!

Das Lied hat mich ins Nachdenken gebracht. Denn es ist zwar schon einige Jahrzehnte alt, trotzdem gibt es heute noch Lieder, deren Inhalte mehr als fragwürdig sind – und die dennoch fröhlich in christlichen Kreisen gesungen werden. Spontan eingefallen ist mir das Lied „Im Himmel ist Einfuhrverbot für die Sünde“, aus dem Liederbuch „Feiert Jesus 3“. Wohlgemerkt gerade einmal 10 Jahre alt.

Refrain: Im Himmel ist Einfuhrverbot für die Sünde. Dafür ist dort kein Platz. Willkommen sind Sünder, doch ohne Gepäck. Wer nicht loslässt, darf nicht hinein.

(…)

Strophe 2: Doch wer lieber seine Schuld behält, sich abmüht und sich damit quält, verpasst sein Leben und verspielt sein Glück, denn einmal gibt es kein Zurück.

Auch hier wird prinzipiell gesungen: Wer nicht an Jesus glaubt (denn nur so wird man seine Schuld los, sagt Strophe 1 des Liedes), landet in der Hölle. Aber, hey, es gibt Grund zur Freude: Wir glauben ja und sind deshalb fein raus. Großartig!

Man könnte nun argumentieren, dass solche Lieder in letzter Konsequenz einfach nur auf den Punkt bringen, was die Bibel lehrt. Und das wird man doch wohl noch sagen dürfen: Nur Jesus rettet, man muss ihm sein Leben hingeben, um ewiges Leben zu erlangen. Doch wer das reflektiert und einmal darüber nachdenkt, was es bedeutet, kommt schnell ins Nachdenken. Einen ausführlichen Beitrag dazu hat Rolf Krüger vor einiger Zeit auf seinem Blog verfasst, deshalb lasse ich das jetzt an dieser Stelle und verweise darauf mit Lese-Empfehlung: „Ist der ’schmale Weg‘ zu schmal„?

Ich habe mich gefragt – und gebe diese Frage an euch weiter: Sind solche Lieder beispielhaft für einen unreflektierten Glauben? Man singt von dem grausamsten Lehrsatz, den man aus der Bibel lesen kann, der ewigen Verdammnis aller Nicht-Christen. Aber man tut es fröhlich und gut gelaunt. Ich finde: Da sind diverse Metal-Bands mit satanistischem Einschlag viel (viel, viel) ehrlicher. Sie besingen zwar das Böse, aber verbreiten auch eine entsprechende Stimmung (zum Beispiel hier).

So fröhlich singen Christen über die Hölle

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